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30.08.2019

Mark A. Cohen im Herbst an der Bucerius Law School zu Besuch

9. Herbsttagung des Bucerius Center on the Legal Profession: Die Managed Legal Services auf dem Vormarsch

Im Fokus der diesjährigen 9. Herbsttagung des Bucerius Center on the Legal Profession steht der Vormarsch der Managed Legal Services. Doch was versteckt sich eigentlich genau hinter diesem Begriff und werden diese zukünftig traditionelle Modelle verdrängen? Das Bucerius Center on the Legal Profession fragte bei Mark A. Cohen, Gründer und CEO von Legal Mosaic und Redner der 9. Herbsttagung, nach.


Mark A. Cohen, was versteckt sich hinter dem Begriff „Managed Legal Services“?

Cohen: Die steigenden Anforderungen an die Rechtsabteilungen von Unternehmen "to do more with less", haben deren Erwartungen und Leistungsgrenzen auf ein Niveau gehoben, das selbst Elite-Kanzleien nicht vollständig erfüllen können. Führende Unternehmensrechtsabteilungen benötigen viel mehr als nur juristisches Fachwissen auf höchstem Niveau. Sie brauchen eine ganz neue Art von Anbietern mit großem Umfang, beträchtlichem Kapital und der Fähigkeit, juristisches, geschäftliches und technologisches Fachwissen zu integrieren, unterstützt durch eine nahtlose globale Infrastruktur, um anspruchsvolle, hochwertige geschäftliche Herausforderungen zu bewältigen. Das Recht wurde lange von Anwälten kontrolliert, die dessen Elfenbeinturm-Kultur, monolithische Struktur- und Wirtschaftsmodelle, Normen, Regulierung und Sprache geformt haben. Damals ging es im Recht nur um juristisches Wissen, die juristische Umsetzung war gleichbedeutend mit Praxis. Heute ist die Situation eine vollkommen andere. Als juristische Dienstleistung gilt jetzt alles, was Mandanten brauchen, um komplexe geschäftliche Herausforderungen zu lösen. Rechtsabteilungen und Anwaltskanzleien sind weder vorbereitet noch ausgerüstet, um diesen dringenden und gewaltigen Herausforderungen zu begegnen. Hier kommen eine Handvoll Managed Legal Service Provider, oder "Enterprise Legal Service Providers", wie ich sie nenne, ins Spiel."


Wie unterscheiden sich Managed Legal Service Provider von Anwaltskanzleien?

Cohen: „Enterprise Legal Service Providers (ELSPs) haben ihre Strukturen, Wirtschaftsmodelle, Plattformen, Infrastrukturen, den Zugang zu Kapital und agile Arbeitskräfte aus Verbrauchersicht aufgebaut. Das ist keine bloße Redewendung, wie sie auf Websites und in juristischen Zeitschriften oft genutzt wurde. Die ELSPs wurden entwickelt, um auf die dringlichsten und unerfüllte Anwendungsfälle von Rechtsfunktionen zu reagieren. Aus diesem Grund verfügen ELSPs über einen umfassenden, agilen Pool an Fachwissen in den Bereichen Handelsvertragswesen, geistiges Eigentum, Datenmanagement im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten, Untersuchungen, Compliance und Risikomanagement. Diese Bereiche machen den überwiegenden Teil der Rechtsschutzausgaben aus. Die Aktivitäten der ELSPs in zahlreichen, wichtigen Geschäftszentren auf der ganzen Welt werden von Fachleuten in der globalen Regulierungslandschaft betreut. Dies gewährleistet eine reibungslose und zeitnahe Ausführung und ist ein wichtiger Bestandteil der Fähigkeit von ELSPs, enorme und komplexe Angelegenheiten für die größten Unternehmen der Welt zu bewältigen. Größe, Breite und Tiefe des Fachwissens, Kapital, globale Präsenz, Technologieplattformen, ständige Verbesserung und lebenslanges Lernen - alles ist wichtig. Das ist echte Kundenorientierung. Es ist auch eine hervorragende Gelegenheit für Juristen, ihre Fähigkeiten in einem dynamischen Umfeld zu nutzen und neue zu erwerben. ELSPs sind die Zukunft der Rechtsdienstleistung.“

Mark A. Cohen wird anläßlich der am 14. November 2019 stattfindenden 9. Herbsttagung des Bucerius Center on the Legal Profession (CLP) in einem Impulsvortrag seine Sichtweise auf das Thema vorstellen und einen Überblick auf den internationalen Status Quo bieten. Wir empfehlen in der Zwischenzeit folgende Lektüre: Law's Emerging Elite: Enterprise Legal Service Providers, Part 1, Part 2 & Part 3

Weitere Informationen zur 9. Herbsttagung des Bucerius Center on the Legal Profession

Seit neun Jahren ist die Tagung mit rund 270 Teilnehmern Impulsgeber und wichtiger Bestandteil des Rechtsberatungsmarkts. Partner und Manager der großen wirtschaftsberatenden Kanzleien treffen auf Unternehmensjuristen großer Unternehmen zum gemeinsamen Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Jedes Jahr setzt die Veranstaltung mit neuen Themen Impulse und bringt namhafte Teilnehmer und Referenten aus Deutschland, England und den USA zusammen.

Am Vorabend der Tagung, dem 13. November 2019, findet ein Get-together im Übersee-Club Hamburg statt. Während des Events steht ein Impulsvortrag und das Networking im Vordergrund.

Emma Ziercke & Julia Brünjes

Kontakt

Julia Brünjes
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E-Mail: julia.bruenjes(at)law-school.de